![]() Großer oder Tigerschnegel (Limax maximus). Bild: Robert Nordsieck. |
Zu einer ganz anderen Schneckengruppe gehören aber die oftmals auch als Egelschnecken bezeichneten Schnegel (Limacidae), die mit den Wegschnecken nur gemein haben, dass beide Schnecken sind und zu den Landlungenschnecken (Stylommatophora) gehören.
Ansonsten könnten beide Gruppen unterschiedlicher nicht sein:
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Paarung des Tigerschnegels (Limax maximus). Bilder:
Martina Eleveld. |
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Und am Wichtigsten: Schnegel sind im Allgemeinen nicht schädlich - im Gegenteil: Viele Arten fressen nicht nur Pilze und zerfallendes Pflanzenmaterial, sondern auch die Eier anderer Schneckenarten. Manche sogar, wie der Tigerschnegel (Limax maximus) schrecken außerdem nicht davor zurück, die berüchtigten Wegschnecken zumindest als Jungtiere anzugreifen und zu fressen.
Nachteilig für den Tigerschnegel ist jedoch, dass er sich deutlich langsamer vermehrt, als die Spanische Wegschnecke (ca. 200 Eier pro Gelege bei Limax maximus im Gegensatz zu bis zu 400 Eiern, möglicherweise mehrmals im Jahr, bei Arion vulgaris). Überdies sind die Wegschnecken außerdem durchaus wehrhaft und können ebenso einen Schnegel angreifen. Auch dass der Tigerschnegel, im Gegensatz zur Wegschnecke, mehrjährig ist wird deutlich dadurch relativiert, dass oftmals mehrere Generationen von Wegschnecken die heute eher milden Winter Mitteleuropas überleben.
Bekannt ist der Tigerschnegel außerdem für seine ungewohnt artistische Paarungsmethode (Bilder links): Anders als andere Schnecken paart er sich freihängend von einem selbst hergestellten Schleimseil, ein Vorgang den man mit etwas Glück im späten Juni in der Nacht beobachten kann und der selbst Aufnahme in David Attenboroughs Dokumentarserie "Das Leben im Verborgenen" gefunden hat.
Mehr über den
Tigerschnegel (Limax maximus).
Die Paarung
des Tigerschnegels (Limax maximus): Auch als
Playlist auf
dem
Youtube-Kanal von Weichtiere.at!
![]() Tigerschnegel (Limax maximus). |
![]() Schwarzer Schnegel (Limax cinereoniger). Bilder: Robert Nordsieck. |
Der Tigerschnegel hingegen ist ein Kulturfolger, d.h. er lebt im vom Menschen geformten Habitaten, wie Gärten und Parks, auch wenn er ebenfalls ursprünglich eine Waldart war. Er wird nicht annähernd so groß wie der Schwarze Schnegel, im Allgemeinen höchstens 15 cm lang. Im Gegensatz zu Limax cinereoniger ist bei Limax maximus der Mantelschild immer gefleckt oder gestreift. Die Fußsohle ist einfarbig cremefarben und es fehlt der weiße Kielstrich. Wie bereits erwähnt, frisst der Tigerschnegel meistens Pilze und verrotendes Pflanzenmaterial, wird aber durchaus auch Schneckengelege und Jungtiere anderer Nacktschnecken fressen, besonders wenn das Nahrungangebot rar ist.
Vergleich Tigerschnegel und
Schwarzer Schnegel.
Neben den bekannten großen Arten, neben dem Tigerschnegel vor allem dem Schwarzen Schnegel (Limax cinereoniger), der größten europäischen Landschnecke mit bis über 20 cm Körperlänge, gibt es auch zahlreiche kleinere Arten, wie den Baumschnegel (Lehmannia marginata), den Pilzschnegel (Malacolimax tenellus) und den Bierschnegel (Limacus flavus).
Spezielle
Darstellung einheimischer Schnegelarten.
Schnegel leiden aber dennoch unter der Verfolgung und dem Unverständnis derer, die sie nicht kennen und sie mit schädlichen Nacktschnecken verwechseln. Daher ist es das Ziel dieser Homepage, Ihnen diese faszinierende Gruppe näher zubringen und Interesse zu wecken für eine Welt, die sich gerade bei den Schnegeln oft im Verborgenen abspielt.
Dank geht an...
![]() Die lebende Welt der Weichtiere von Robert Nordsieck. |
Der
Youtube-Kanal von Weichtiere.at mit zahlreichen Videoclips zum Anschauen!

Neu: Die Seite über
Tigerschnegel (Limax maximus) wurde komplett
überarbeitet und mit zahlreichen neuen Bildern von
Martina
Eleveld,
besonders über de
Paarung des Tigerschnegels, versehen, zusätzlich zu einer neuen
Video-Playlist zum selben Thema auf unserem YouTube-Kanal!

Das neue Naturforum: https://das-neue-naturforum.de.

Erste Vorarlberger Malakologische Gesellschaft: Das Zentrum der
österreichischen Schnegel-Forschung.

Weichtiere beim Naturschutzbund Deutschland (NABU)
Letzte Änderung: 22.10.2025 (Robert Nordsieck).